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18. März 2010
 

Sport

 
Doping-Watch

Doping-Watch

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Claudia Pechstein. Quelle: reuters
Claudia Pechstein

Eisschnelllauf-Doping

Ex-Trainingspartner:
Claudia hat gedopt

Norweger Bökko beschuldigt Pechstein schwer

Claudia Pechsteins früherer Trainingspartner Havard Bökko hat vor dem Weltcup-Auftakt schwere Vorwürfe gegen die wegen auffälliger Blutwerte gesperrte Olympiasiegerin erhoben. Der Norweger ist sich sicher, dass Pechstein eine Dopingsünderin ist.

 
 
 

Zitat

„Im Training war sie oft schlecht, und auf einmal lief sie die Sterne vom Himmel. So wie beim Weltcup in Moskau, wo sie über 1500 und 5000 m gewann. Wahrscheinlich hatte sie sich vorher in der Woche gedopt. “

Havard Bökko

Bökko, Vize-Weltmeister über 5000 und 10.000 m und nach dem Niederländer Sven Kramer bester Langstreckler der Welt, ließ im Gespräch mit der niederländischen Zeitung De Telegraaf keinen Zweifel daran, dass er Pechstein für eine Dopingsünderin hält.

"Eine Woche gedopt"

"Es war für mich keine echte Überraschung, dass Pechstein gesperrt wurde", sagte Bökko, der unter Trainer Peter Müller in Norwegen gemeinsam mit Pechstein trainiert hat: "Im Training war sie oft schlecht, und auf einmal lief sie die Sterne vom Himmel. So wie beim Weltcup in Moskau, wo sie über 1500 und 5000 m gewann. Wir haben im Team noch Witze darüber gemacht und sie noch gefragt, was sie zum Frühstück eingenommen hätte. Wahrscheinlich hatte sie sich vorher in der Woche gedopt."

 

Zum mit Spannung erwarteten Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS in Lausanne, das über Pechsteins sportliche Zukunft entscheidet, sagte der Langstrecken-Spezialist: "Ich wäre sehr böse, wenn sie durch Formfehler doch ihre Karriere fortsetzen könnte." Bökko erklärte, dass er Pechstein in Berlin vor dem Weltcup kurz gesehen, sie begrüßt, aber nicht mit ihr gesprochen habe: "Das Bedürfnis habe ich auch nicht mehr." Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die Bekanntgabe seines Urteils im Fall Pechstein verschoben. Deshalb musste Pechstein ihre Hoffnungen begraben, in ihrer Heimatstadt ein Comeback geben zu dürfen.

Zitat

„Wenn er mit Mitte 30 immer noch laufen und Weltklasseleistungen zeigen sollte, wird er sicherlich anders denken und reden. Ich bin mir sicher, wenn er darüber mal nachdenkt, wird er sich bei mir entschuldigen“

Claudia Pechstein

Pechstein gelassen

Pechstein reagierte relativ gelassen auf die Vorwürfe: "Ich weiß nicht, ob sich Bökko mit derart leichtfertigen Äußerungen einen Gefallen tut. Offensichtlich ist ihm nicht klar, dass auch er jederzeit Opfer eines unberechtigten Dopingverdachts werden könnte, sei es wegen Blutwerten oder herausragender Leistungen. Er ist noch jung und grün hinter den Ohren. Wenn er mit Mitte 30 immer noch laufen und Weltklasseleistungen zeigen sollte, wird er sicherlich anders denken und reden. Ich bin mir sicher, wenn er darüber mal nachdenkt, wird er sich bei mir entschuldigen", sagte Pechstein.

"Offensichtlich scheint Bökko über den Verlauf des Verfahrens nicht informiert zu sein. Um Formfehler geht es mittlerweile doch nur noch am Rande", ergänzte die Berlinerin. Tatsächlich ruderte Bökko nach den Wettkämpfen am ersten Tag in Berlin zurück. Er erklärte, dass seine Aussage zu Pechstein vom Weltcup in Moskau falsch verstanden worden sei. Er habe das nur im Scherz gesagt. "Ich habe nett mit ihr gefrühstückt", sagte der Norweger.

 

Nur ein Scherz?

Auch werde er nicht böse, falls die Berlinerin freigesprochen werde. "Das soll das Gericht entscheiden", so der Läufer. Zu den Vorwürfen, Pechstein habe im Training keine guten Leistungen gezeigt, meinte Bökko: "Sie hat immer gut trainiert." Der zuständige Redakteur des Telegraaf verteidigte seine Version und erklärte, dass Bökko alles so gesagt habe, wie es in der Zeitung gestanden habe.